Klima-Aufzeichnungen als klimafreundliches Weihnachtsgeschenk.

Liebe Arktis-Zeichenblog-Freunde,

hier eine Info über mein Herzensprojekt. Der Verlag Lammerhuber hat ein Buch aus meinen Aufzeichnungen gemacht, rechtzeitig vor Weihnachten, ich bin sehr froh darüber!
Das Verlag bietet etwas besonderes an: Wer das Projekt fördern will und sich oder einem anderen eine Freude machen will, kann seinen/einen Namen ins Buch drucken lassen, siehe unten. Man muss sich allerdings etwas beeilen damit.

Man kann das Buch natürlich auch ganz einfach so bestellen.

Mich würde das freuen,

liebe Grüße,
Kerstin Heymach

http://edition.lammerhuber.at/buecher/klima-aufzeichnungen

http://mailchi.mp/…/vorbestellung-heymach-klima-aufzeichnun…

Arbeiten am Arktis-Buch

Das Arktisbuch „Klima-Aufzeichnungen“ nimmt langsam Gestalt an. Die Illustrationen für die Interviews sind fertig gestellt, Texte werden übersetzt und redigiert.

Polarstern im Eis
Der Forschungseisbrecher Polarstern hat an einer Eisscholle festgemacht.
Martin (Ingenieur) und Bill (Pilot)
Martin (Ingenieur) und Bill (Pilot)
Eiderente auf Spitzbergen
Eiderente auf Spitzbergen

Alfred-Wegener-Institut Potsdam: Arktis-Pastelle werden erstmals ausgestellt.

Schneeschmelze Nybien-Longyearbyen Arktis-Pastell(c)Kerstin Heymach
Schneeschmelze in Nybien-Longyearbyen (Spitzbergen). Arktis-Pastell(c)Kerstin Heymach

Das AWI Potsdam eröffnet Ende September seinen lang geplanten Neubau. Anläßlich dessen werden meine Arktis-Aufzeichnungen der (AC)3-Expedition im Foyer erstmals ausgestellt. Kleiner Wermutstropfen: die Ausstellungseröffnung ist leider nicht öffentlich. Wer allerdings zu den 600 Eingeladenen gehört, kann mich dort treffen und mit mir über die Bilder, den dort erlebten Klimawandel und das Expeditions-Abenteuer sprechen.

Bei Hitzerekorden Arktis zeichnen.

37 Grad im Schatten im Wiener Atelier, Starkregen, Wetterkapriolen. Der Klimawandel ist angekommen. Nicht nur die Universitäten werten ihre Ergebnisse aus, auch im Zeichenblog wird gesichtet, erfasst, ergänzt. Ende September ist eine Ausstellung in Potsdam geplant und ein Buch ist im Entstehen. Hier schon mal ein Preview.

Dmitri Chechin(c)Zeichnung Kerstin Heymach
Dmitri Chechin(c)Zeichnung Kerstin Heymach
Georg Heygster(c)Zeichnung Kerstin Heymach
Georg Heygster(c)Zeichnung Kerstin Heymach
Susanne Crewell(c)Zeichnung Kerstin Heymach
Susanne Crewell(c)Zeichnung Kerstin Heymach

Die „Wiener Bezirkszeitung“ berichtet: Arktis-Zeichenblog versus Grätzelsprayer.

Kurz nach meiner Rückkehr in’s überhitzte Wien meldete sich die BZ-Reporterin Ulrike Kozeschnik wegen eines Interviews. Ich musste mit den Grönland-Bildern posieren, da die aktuellen aus Spitzbergen noch nicht präsentabel sind. Trotzdem bin ich sogar aufs Titelbild gerutscht. Vielleicht das Sommerloch? Oder als seriöse Alternative zu den bösen Grätzel-Sprayern? Insgesamt aber war es ein nettes Gespräch und es ist auch ein freundlicher Artikel geworden. (Gruß an die jungen Sprayer-Kunst-Kollegen: lasst Euch nicht entmutigen!)

Titel Wiener Bezirkszeitung: Mit Zeichenblock in die Arktis
Titel Wiener Bezirkszeitung: Mit Zeichenblock in die Arktis. Autorin: Ulrike Kozeschnik
Beitrag Wiener Bezirkszeitung
Beitrag Wiener Bezirkszeitung, Autorin: Ulrike Kozeschnik

Was Andreas Macke lieber nicht erleben will.

Prof. Andreas Macke, Fahrtleiter für die erste Polarstern-Fahrt in die Arktis.
Prof. Andreas Macke, Fahrtleiter für die Polarstern-Fahrt in die Arktis. (c)Kerstin Heymach

Andreas Macke ist als Fahrtleiter verantwortlich für die wissenschaftliche Arbeit auf dem Forschungsschiff. Und er ist auch verantwortlich für seine Mitarbeiter. Hier sagt er, was sein größtes Problem bei der Mission war. #arktis17, #arktiszeichenblog, #kerstinheymach

 

 

 

Bei mir kam noch das Problem der Eisbärensicherheit dazu, weil ich da Leute auf dem Eis arbeiten lasse, die geschützt sein müssen. Die haben alle ein Schießtraining gemacht, sie sind auch bewaffnet. Trotzdem möchte ich nicht, daß eine Situation entsteht, wo sie die Waffe beutzen müssten. Ist auch in 35 Jahren AWI noch nicht passiert. Es wurde nicht einmal auf einen Bären geschossen. Aber es wurde auch nicht einmal so lange auf einer Station (im Eis) festgemacht.
Die Vorhersagen waren von allen Experten: Ihr kriegt jeden zweiten Tag Besuch. Sie werden Euch irgendwann mal riechen und dann sind sie neugierig. Nicht mal bösartig, nur neugierig.
Wir hatten ja Glück, dass wir nur am ersten Tag diesen lieben Besuch bekamen, dann sind sie nicht wieder gekommen. Aber ich möchte nicht, daß eine Situation entsteht, wo eine junge Doktorandin auf einen herangaloppierenden Eisbär schießen muß. Wir sind ja alle keine Großwildjäger, sondern normale Menschen.

Die deutschen „Tagesthemen“ berichten über die Klima-Mission in der Arktis.


http://www.tagesschau.de/ausland/spitzbergen-127.html

 

Das Wolkenrätsel der Arktis

Der Klimawandel fällt in der Arktis besonders stark aus. Ein großes Forscherteam auf Spitzbergen will herausfinden, warum das so ist. Ihre Theorie: Die Wolkenbildung spielt eine zentrale Rolle.

Wissenschaft kann sich manchmal anfühlen wie eine Polarexpedition. So zumindest geht es vielen im Team der deutschen und anderen europäischen Wissenschaftler, die derzeit in Longyearbyen – dem Hauptort von Spitzbergen – ihr Camp aufgeschlagen haben. Der Ort liegt rund 3000 Kilometer nördlich von Deutschland. Schneebedeckte Berge umgeben die Siedlung. Nur ein paar Flugminuten entfernt beginnt das – noch – ewige Eis.

Bei der Mission des Teams um den Meteorologen Professor Manfred Wendisch von der Universität Leipzig geht es um nicht weniger, als einen Baustein zur Beantwortung der Frage zu liefern, warum der Klimawandel in der Arktis so viel schneller abläuft als in jeder anderen Region der Erde. Schneller als zum Beispiel auch an der Antarktis.

70 Jahre alte Flugzeuge

In diesem polaren Frühsommer sind die Wissenschaftler fast täglich mit den beiden Flugzeugen vom Typ DC-3 unterwegs. Die Maschinen des Alfred-Wegener-Instituts in Bremerhaven haben schon mehr als 70 Jahre auf dem Buckel, sind mehrfach umgebaut worden und ausgerüstet mit hochmoderner Messtechnik. „Das Beste, was es zum Fliegen in diesen Regionen gibt“, mein Pilot Kirk Allen. Der Kanadier ist schon fast überall geflogen, wo es eisig kalt ist. Für ihn ist das hier Routine. Als während eines Flugs durch die dichten Wolken kurzzeitig der Höhenmesser ausfällt, zieht er die Maschine steil nach oben. Das Team drückt es in die Sitze. Einigen an Bord wird es kurz mulmig. Aber hinterher meint Allen: „Alles normal, nichts passiert.“

Wenn es hinaus über das zugefrorene Nordpolarmeer geht, dann trägt jeder an Bord einen Überlebensanzug aus Neopren. Auch Notproviant ist an Bord. Außerdem Zelte, Schlafsäcke, ein Schlauchboot und sogar ein Jagdgewehr, das bei einer Landung auf dem Eis dem Schutz vor Eisbären dient. Jeder, der mitfliegt, muss vorher ein Sicherheitstraining absolvieren.

Klimawandel in Arktis besonders stark

Die rund 35 Frauen und Männer sind hier, weil sich in der Arktis der Klimawandel besonders gut beobachten lässt. Allein im Vergleich zu den Durchschnittswerten zwischen 1981 und 2010 hat sich die Arktis bis heute um ganze zwei Grad Celsius erwärmt. In der Geschichte der Erde ein fast sprunghafter Anstieg. Und fast alle Prognosen sagen: Es wird noch wärmer rund um den Nordpol. Die Messstationen in der Arktis vermelden einen Wärmerekord nach dem anderen. Der Isfjorden vor Longyearbyen – der nicht umsonst diesen Namen trägt – ist seit mehreren Jahren nicht mehr zugefroren. Sogar Fischarten wie Lachs oder Makrelen gibt es mittlerweile vor Spitzbergen. Bisher fand man diese nur in deutlich südlicheren Gewässern. Auch das Meereis geht – mit einigen Schwankungen – scheinbar unaufhaltsam zurück. Die Eisschicht über der Polkappe wird dabei immer dünner und brüchiger. In der Arktis hat die Eisfläche in den vergangenen 25 Jahren um rund die Hälfte abgenommen.

Nach jüngsten Prognosen könnte der Nordpol bereits in knapp 20 Jahren im Sommer vollständig vom Eis befreit sein. Andere Wissenschaftler gehen eher von 40 bis 50 Jahren aus. Wie auch immer: Eine eisfreie Arktis hätte enorme Auswirkungen auch auf das Klima bei uns. Denn die stabile Westwetterlage in Mitteleuropa könnte aus dem Gleichgewicht geraten. Wetterextreme wären die Folge.

Es geht ums Überleben

Die Wissenschaftler arbeiten daher an einer Überlebensfrage der Menschheit. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) unterstützt das Projekt, das in der aktuellen Phase noch bis Ende 2019 läuft, mit zehn Millionen Euro. Zu dem Forschungsverbund gehören neben der Uni Leipzig auch die Universität in Bremen, die Universität zu Köln, das Alfred-Wegener-Institut in Bremerhaven sowie das Leibniz-Institut für Troposphärenforschung, das ebenfalls seinen Sitz in Leipzig hat.

Bei der aktuellen Kampagne, wie der Einsatz auf Spitzbergen bei den Wissenschaftlern heißt, geht es vor allem um den Einfluss der Wolkenbildung auf das Klima. „Das ist ein Gebiet, wo noch enorme wissenschaftliche Erkenntnisse gewonnen werden können“, erklärt Klimaforscher Christof Luepkes vom Alfred-Wegener Institut. Um das Rätsel der Wolken zu lösen, sammeln die Wissenschaftler mit den beiden Flugzeugen, dem Forschungsschiff Polarstern und mit Hilfe von Satelliten Terabyte um Terabyte Daten. Gemessen werden unter anderem die Größe der Wassertröpfchen, die Eisbildung innerhalb einer Wolke, die Temperaturunterschiede zwischen Ober- und Unterseite, aber auch der Anteil von Schmutzpartikeln. Dazu sind die beiden Flugzeuge mit vielen hochsensiblen Messinstrumenten ausgerüstet.

„Wolke ist nicht gleich Wolke“, betont Meteorologe Manfred Wendisch. „Eine Wolke über Leipzig hat eine ganz andere Wirkung als eine Wolke über der Arktis. Während die Wolken in unseren Breiten eher eine abkühlende Wirkung haben, kann es in der Arktis genau umgekehrt sein.“ Die Vermutung der Wissenschaftler: Die Wolken tragen zur sogenannten „arktischen Verstärkung“ bei. „Artic Amplification“ heißt daher auch das große internationale Forschungsprojekt, an dem das Team aus Deutschland mit ihrem Projekt „Transregio TR 172“ mitarbeitet.

Bedrohlicher Kreislauf

Mit der arktischen Verstärkung ist ein Prozess gemeint, der sich in knappen Worten so beschreiben lässt: Wenn die Temperaturen – zum Beispiel durch den vermehrten CO2-Ausstoß – steigen, beginnt das Meereis zu schmelzen. Es entstehen erst sogenannte Schmelztümpel, dann bricht das Eis auf. Es bilden sich große offene Wasserflächen. Diese sorgen für zusätzliche Aufwärmung. Denn während das helle Eis die Wärmestrahlung der Sonne fast vollständig reflektiert, nimmt das dunkle Wasser die Strahlung – und damit die Wärme – sehr viel stärker auf. Ein bedrohlicher Kreislauf beginnt. Und bei diesem Prozess könnte die Wolkenbildung einen zusätzlich verstärkenden Effekt haben.

Bis zum Ende der Woche wird das Team mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus Deutschland, Spanien, Finnland, Frankreich und der Ukraine noch auf Spitzbergen sein. Dann ist die sechswöchige Kampagne zu Ende. Das Equipment wird in Kisten verpackt und zum Abtransport in die Heimat fertig gemacht. Für einige der Wissenschaftler beginnt dann erst einmal der Urlaub. Für andere wartet zu Hause viel Arbeit. Denn der größte Teil des Projekts liegt noch vor dem Team. Unmengen an Daten müssen ausgewertet werden. Manfred Wendisch meint mit einem Schmunzeln: „Da steckt noch Arbeit für ganze Generationen von Doktoranden drin.“ Erste Zwischenergebnisse werden aber vielleicht schon in einigen Monaten veröffentlicht.

Stand: 27.06.2017 17:19 Uhr
Von Christian Stichler, ARD-Studio Stockholm

Wieder im Heimathafen: Wie geht es weiter mit Arktis Zeichenblog?

Hier ein Post in eigener Sache. Mein Aufenthalt in der Arktis ist inzwischen zu Ende. Ich habe viele Gespräche geführt, ungewöhnliche Menschen kennengelernt, Geschichten und Meinungen gehört, Informationen gesammelt, fotografiert und natürlich gezeichnet. Mehr als genug, um ein Buch damit zu füllen.

Hier auf Arktis Zeichenblog werde ich weiter zum Thema Klimaveränderung posten und auch die ein oder andere Neuigkeit aus der (AC)3-Kampagne beschreiben. Denn sie wird im nächsten Jahr weiter gehen. Und darauf freue ich mich schon. Kerstin Heymach, 26.6.2017 #arktis17, #arktiszeichenblog, #kerstinheymach

 

Kerstin Heymach mit Polarstern
Vorletzter Tag in Longyearbyen. Die Polarstern ist angekommen. (Schiff in der Mitte) Wir werden sie besichtigen und abends mit den Kollegen feiern. Foto: Manfred Wendisch

In der Arktis zeichnen.

Expeditionszeichnen Kerstin Heymach
Zeichnen in Ny Alesund, Spitzbergen. Ich wurde dabei von Ornithologen gefilmt, die im Brutfelsen nebenan Dreizehenmöven einfangen und beringen. #arktis17, #arktiszeichenblog, #kerstinheymach

Es ist nicht das erste Mal, dass ich in der Arktis zeichne. Allerdings waren diesmal die Bedingungen besonders schwierig: bei Minusgraden oder etwas darüber hatte ich es noch nie probiert. Trotzdem habe ich tapfer gearbeitet. Wollunterwäsche, drei Lagen Pullover und eine dicke Daunenjacke halfen dabei. Für mich hat es sich gelohnt. Meine Pastellstifte fingen eine zauberhafte, düstere, schmelzende Welt ein. Wir werden sehen, wie lange es sie so noch geben wird. #arktis17, #arktiszeichenblog, #kerstinheymach

 

Die Polarstern ist in Longyearbyen eingetroffen.

Polarstern in Longyearbyen(c)kheymach
Die Polarstern im Fjord von Longyearbyen. (c)kheymach Inzwischen ist es im kleinen Hafen ziemlich eng geworden, so dass nur eine Aussenposition für das Schiff möglich ist. Besucher und Weiterreisende werden mit dem Schauchboot-Shuttle übergesetzt. 

Die (AC)3-Kampagne neigt sich für dieses Jahr dem Ende zu. Es werden noch einige Flüge geflogen, die Polarstern macht sich wieder auf den Weg. Zuerst geht man aber auf Besuch. Die Flug-Mannschaft erkundet das Schiff und die Schiffsbesatzung die Flieger. Aus diesem Anlass und weil heute Mittsommer ist, gibt es heute Abend eine gemeinsame Party. #KerstinHeymach, #arktis17, #arktiszeichenblog